Diskussion am 18.7. in Berlin: Zwangsräumungen und Totalsanktionierung

Seit Jahren werden in Deutschland tausende Menschen zwangsweise aus ihren Wohnungen geräumt, weil sie die Miete nicht zahlen können. Doch seit
einigen Monaten lassen sich Mieter_innen nicht mehr still vertreiben.

Der Journalist Peter Nowak hat in der Edition Assamblage das Buch „Zwangsräumung verhindern“ herausgegeben, in der Geschichte und Perspektiven dieser Bewegung im Mittelpunkt stehen. Auf der Veranstaltung wird es vorgestellt. Häufig liegt der Grund für die Mietschulden in der Weigerung der Jobcenter die volle Miete zu übernehmen. Ein weiterer Grund ist die zunehmende Totalsanktionierung von Erwerbslosen. Dabei werden ihnen sämtliche Einkünfte gestrichen und die Betroffenen können dann auch die Miete nicht mehr zahlen.

In Forst hat sich 2012 am Widerstand gegen eine solche Totalsanktionierung der Freundeskreis Bert Neumann gegründet, der seine Aktivitäten auf der Veranstaltung vorstellen wird. „Wir sind solidarisch – helfen uns und anderen. Wir organisieren uns und sorgen zusammen dafür, dass die Scheiße aufhört!“, beschrieben die Aktivst_innen auf der Homepage ihren Ansatz. Genau das ist auch Leitmotiv der Bündnisse gegen Zwangsräumungen.

Auf der Veranstaltung soll diskutiert werden, wie der Widerstand von Erwerbslosen und Mieter_innen besser koordiniert werden kann. Wäre es nicht sinnvoll, gemeinsame Zahltage vor Jobcentern und Arbeitsagenturen zu organisieren, wenn bekannt wird, dass dort Menschen totalsanktioniert werden? Hier bestände die Möglichkeit, gemeinsam einzugreifen, bevor der Räumungstermin feststeht.

Im FAU-Gewerkschaftslokal, Lottumstr. 11, 10115 Berlin (U8 Rosenthaler Platz/U2 Rosa-Luxemburg-Platz)

Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Berlin